Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)

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Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine Erkrankung der Netzhautmitte, die im hohen Lebensalter auftritt. Die AMD ist die Hauptursache der Erblindung in Industriestaaten. In Deutschland sind ca. 13% der über 65-jährigen von AMD betroffen, das sind ungefähr 4 Millionen Menschen. Die altersabhängige Makuladegeneration tritt in zwei Formen auf: 80% aller Patienten leiden an der trockenen AMD und 20% an der feuchten AMD.

Trockene AMD
Bei der trockenen AMD lagern sich lipofuszinhaltige Stoffwechselprodukte in Form von Drusen unter der Netzhaut ab. Dies führt auf Dauer zu einer Schädigung der sensiblen Sinneszellen am Ort des schärfsten Sehens und infolgedessen zur Verschlechterung der Sehkraft. Bei einem Fortschreiten dieser trockenen AMD kommt es zur geographischen Atrophie, das sind flächige Areale von Gewebsuntergängen. Sämtliche für den Sehvorgang und seine Aufrechterhaltung wichtigen Netzhautschichten der Makula sind betroffen, nämlich Pigmentepithel und neurosensorische Netzhaut. Beeinflussbare Risikofaktoren für die Entstehung von trockener AMD sind Rauchen und Bluthochdruck, aber auch nicht beeinflussbare genetische Ursachen sind bekannt. Eine ursächliche Therapie der trockenen AMD existiert bis heute nicht. Jedoch kann der Verlauf durch Vermeidung von Risikofaktoren und Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln abgemildert werden. Zudem sollten regelmäßige Selbstkontrollen der eigenen Sehkraft erfolgen. Denn Verzerrtsehen, das der Patient mit dem Amslergitternetz früh feststellen kann, ist ein möglicher Indikator für die Entstehung einer feuchten AMD.

Feuchte AMD
Bei der feuchten AMD kommt es zur Einsprossung krankhafter Gefäße aus der Aderhaut unter die Netzhaut in die Makula, dem Ort des schärfsten Sehens. Diese Gefäße sind brüchig und können zu Flüssigkeits- und Blutaustritten unter die Netzhaut führen. Dies geht mit Narbenbildung, Untergang von Photorezeptoren und infolgedessen mit einer Verschlechterung der Sehkraft einher. Symptome können Verzerrtsehen, Verminderung der Sehschärfe, Farbsehstörungen, Leseschwierigkeiten oder erschwertes Gesichtererkennen sein. Bekannte Risikofaktoren für das Entstehen der feuchten AMD sind hohes Lebensalter, erbliche Einflüsse, ethnische Zugehörigkeit, weibliches Geschlecht, Rauchen, Übergewicht und erhöhter Blutdruck.

Die Therapie der feuchten AMD erfolgt durch Medikamente, sogenannte Anti-VEGF (anti-Vascular endothelial growth factor), die als Lösung in regelmäßigen Abständen in den Glaskörperraum des Auges injiziert werden. Sie bewirken eine Bindung gefäßwachstumsfördernden Faktoren, und es kommt infolgedessen zu einer Reduktion der krankhaften Gefäße unter der Netzhaut. Bei zusätzlicher Radiotherapie während einer Anti-VEGF-Behandlung kam es in einer aktuellen Studie zu einer Verminderung der notwendigen Medikamenteninjektionen. Röntgenstrahlen haben die Eigenschaft schnell teilende Zellen in ihrem Wachstum zu hemmen und Entzündung sowie Narbenbildung zu reduzieren. Bei dieser Radiotherapie wird einmalig für wenige Minuten ein stark fokussierter Röntgenstrahl von ca. 1/2 Zentimeter Durchmesser auf die durch feuchte AMD krankhaft veränderte Netzhautmitte gerichtet.

Umfassende Betreuung
Patienten mit altersabhängiger Makuladegeneration werden in die Sprechstunde unserer Poliklinik eingebunden. Nach klinischen Basisuntersuchungen wird mithilfe bildgebender Verfahren wie okulärer Kohärenztomographie und Fluoreszeinangiographie die genaue Diagnose gestellt. Hiernach werden auf Basis der vorhandenen Möglichkeiten ein Therapiekonzept vorgeschlagen und Empfehlungen ausgesprochen. Patienten mit schweren Verläufen werden in der Sehbehindertenambulanz unseres Zentrums vorgestellt, können mit Hilfsmitteln ausgestattet und sozialmedizinisch beraten werden. Insgesamt ist somit für Patienten mit AMD eine umfassende Betreuung auf neuestem Stand gewährleistet.

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